Der Süden Marokkos

So in etwa wird es für uns in Marokko weitergehen, aber genau steht das noch nicht fest.

Wir verlassen das Wüstengebiet Erg Chebbi und entscheiden uns spontan über Erfoud Richtung Tinerhir zu fahren. Von dort aus geht es in das Tal Gorges du Todrah. Die Schlucht zieht sich 15 km nach Norden. Rechts und links liegen Lehmdörfer, die aussehen, als hätte man sie an den Felsen geklebt. Je weiter wir in die Schlucht einfahren, umso enger wird sie. Überhängende Felsen erwecken das Gefühl, als würden wir in eine Grotte einfahren.

Lehmdorf im Tal Gorges du Todrah.

Das Tal wird immer enger.

Für uns ist der Weg das Ziel. Daher kehren wir nicht um, sondern fahren weiter bis Agoudal und von dort aus über Serpentinen, einen Pass und unbefestigte Straßen in das benachbarte Tal Gorges du Dades. In etwa 2.500 m Höhe geraten wir in Schneeregen. Auch wenn uns der 4x4 in der Wüste nicht wirklich hilfreich war, sind wir nun sehr froh diese Technik zur Verfügung zu haben. Im Tal Gorges du Dades sehen wir faszinierende Felsformationen, aber auch liebevoll angelegte Felder und Gärten im Talgrund.

Der Weg über die Berge war nicht ohne.

Impressionen aus den beiden Tälern Gorges du Todrah und Gorges du Dades.

Gerne hätten wir hier auch Bilder gezeigt von Frauen die die Wäsche am Fluss waschen; oder von Männern, die die winzigen Felder mit einem Muli und Holzpflug bearbeiten; oder von kleinen Kindern, die auf dem Rücken ihrer Mütter getragen und in bunten Tüchern gehüllt sind. Doch wir respektieren die Privatsphäre und fotografieren solche Situationen ganz bewusst nicht. Doch es wird uns jedes Mal bewusst wie gut es uns geht.

Vor unserer Reise haben wir uns noch eine TomTom-Navigation GO Camper World zugelegt. „Eigentlich“ verfügt sie über das gesamte Straßennetz der Welt. Doch erst nach telefonischer Rücksprache mit TomTom (noch von zu Hause aus) wurde Marokko freigeschaltet. Die Installation dieses Landes war dann ganz einfach und ist uns nun eine große Hilfe. Zusätzlich habe ich auf meinem iPad die GPS Navigation Scout als App heruntergeladen und Marokko eingerichtet.

TomTom GO Camper World.

Heute am 17.11 2018 erreichen wir Agdz.

Unterwegs auf Marokkos Straßen im Süden.

Dattelpalmen aus nächster Nähe.

Überall sehen wir marokkanische Fahnen, ob am Kreisverkehr (wie hier), an Schulen, öffentlichen Gebäuden, oder nur so an der Straße. Eine solche Fülle an Fahnen findet man in Deutschland nur zur Fußball-Weltmeisterschaft.

Der neue Bildungsminister hat beschlossen, dass die Schulen farbiger werden sollen.

Auf unserem Weg in den Süden kommen wir an einem Brunnen vorbei. Er ist mindesten 15 m tief.

Heute geraten wir in einen kleinen Sandsturm. Nichts Schlimmes, aber die Sonne ist kaum noch zu sehen.

Gestern standen wir auf einem schönen Campingplatz in Mhamid.

Hinter einer hohen Mauer fanden wir Schutz vor dem Wind.

In Agdz hatten wir noch mit der Oyster SAT-Anlage und einer 85 cm großen Schüssel Fernsehempfang über Astra 1. So konnten wir noch Nachrichten aus Deutschland empfangen. Doch damit ist nun hier im Süden Schluss.

Bei einem Straßenhändler kauften wir frische Mandarinen. Für 12 Stück zahlten wir 3 DH, das sind umgerechnet etwas weniger als 0,30 Euro.

Das Leben in Marokko ist nach deutschen Verhältnissen recht günstig. Ein Fladenbrot kostet nur 0,20 Euro. Für einen Stellplatz auf dem Campingplatz zahlen wir pro Tag kaum mehr als 8,50 Euro, zum Teil sogar incl. WiFi. Ein Mittagessen mit Vorsuppe, Hauptgericht und Nachspeise (meistens Obst) kostet knapp 10,00 Euro. Diesel ist für etwa 1,00 Euro/Liter zu haben. Somit ist Diesel für uns auch günstig, aber Marokkaner müssen dafür ganz tief in die Tasche greifen. Aber für ein marokkanisches Bier zahlen wir im Restaurant 4,00 Euro.

Am 19.11 2018 fahren wir die Strecke von Mhamid über Zagora nach Foum-Zguid. Karte als Wandgemälde im Restaurant.

Zum Glück hatten wir keinen Werkstattaufenthalt, aber die Schrauber-Jungs „verfolgten“ uns mit dem Moped und machten uns klar: sie wollten unbedingt einmal einen Sprinter vor ihrer „Garage Iriki, Zagora“ fotografieren.

Blick vom Straßenrestaurant auf unser Mobil in Zagora.

Das kommt uns doch recht fremd vor.

Steppe zwischen Zagora und Foum-Zguid.

Marktplatz in Tata. Doch am Vormittag ist noch nichts los. Erst am Abend füllt sich der Platz.

Hier ist klar, wo geparkt werden darf.

In den letzten Tagen sind wir von Zagora immer Richtung Westen zur Atlantikküste gefahren. Dabei ging es hauptsächlich über sehr gut ausgebaute Straßen gut voran. Landschaftlich bietet diese Gegend allerdings nicht wirklich viel. Oft durchfahren wir weitestgehend unbewohnte Gebiete und karge Steppen, manchmal abgelöst von kleinen Flussoasen. 

Steppe in Marokkos Süden.

Flussoasen sind optisch eine willkommene Abwechslung in der Einöde.

Das ist eine stachelige Angelegenheit.

Hier eine Reifenpanne zu haben ist nicht wirklich lustig. Doch nun macht sich unsere Erfahrung aus Kanada bezahlt. Innerhalb von 30 Minuten ist der Reifen geflickt, ohne das Rad zu demontieren.

In der Gegend rund um Sidi Ifni am Atlantik sind die Berge überall mit Kakteen bewachsen. Aus den Kaktusfeigen werden tolle Produkte, wie Marmelade, Seife oder Tee hergestellt. Das Fruchtfleisch ist süß und sehr schmackhaft. Doch Achtung: Die feinen Stacheln der Kaktusfeigen dringen sofort in die Haut ein. 

Und wo geht es nun lang?

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