Western Australia, Nordwest

September 2019

Kimberley und mehr

Von der Grenze Western Australia bis Broome

Am 26.09.2019 überqueren wir auf dem National Highway 1 die Grenze von Northern Territory nach Western Australia. Der HWY 1 folgt dem Verlauf der Küste und umrundet den gesamten australischen Kontinent. Mit etwa 13.600 km Länge ist er nach der Transsibirischen Straße in Russland die zweitlängste nationale Straßenverbindung der Welt.

Der HWY 1 umrundet Australien.

An der Grenze haben wir 1,5 Stunden "gewonnen" und somit besteht nur noch einen Zeitunterschied von 6 Stunden zu Deutschland.

Kurz hinter der Grenze finden wir am Lake Argyle ein ganz tolles Camping-Ressort. Es liegt oberhalb des Stausees mit einer fantastischen Aussicht und verfügt über einen Pool – bei den Temperaturen besonders wichtig.

Vom gepflegten Pool aus hat man einen uneingeschränkten Blick auf den Stausee des Ord River.

Auf dem schön angelegten Platz gibt es auch ein gutes Restaurant mit abendlicher Live-Musik. 

Fahrer gesucht! Interesse? 

Die Road Trains mit bis zu 4 Aufliegern sind in dieser Gegend auch „nur“ 53,50 m lang.

Landschaften, Wildblumen und Pflanzen

Wir fahren weiter in den Purnululu NP mit den Bungles Bungles. Seit 2003 ist der Park UNESCO-Weltnaturerbe. Hier Campen wir im Park, stehen um 5:30 Uhr auf und unternehmen zu Fuß Touren zu den Felsenformationen „Echidna Chasm“ sowie zu den „The Domes“ und der „Cathedral Gorge“. Es sind zwar nur gut 5 km, aber bei der sengenden Sonne und den hohen Mittagstemperaturen ist es sehr wichtig genügend Wasser dabei zu haben.

Informationen und Verhaltensregeln sind am Parkeingang zu finden.

Wir durchwandern ein immer schmaler werdendes Bachbett und gelangen später in eine ganz enge Schlucht „Echidna Chasm“ mit über 100 m hohen Felswänden. Hier ist es wenigstens schattig.

Und dann laufen uns noch (mit etwas Phantasie) Elefanten über den Weg. Zumindest sind es die "Elephant Rocks".

Die „Cathedral Gorge“ ist mit seinen überhängenden Felsen ebenfalls sehr beeindruckend.

Für uns geht es nun auf dem HWY 1 ca. 150 km wieder zurück in Richtung Norden, denn wir möchten in den nächsten Tagen auf die Kimberley-Halbinsel. Doch bei den derzeitigen Temperaturen von 40 °C finden wir keine Ruhe und bevorzugen für einen Tag im Ibis-Hotel in Kununurra einzuchecken. Hier gibt es einen Pool und was für uns noch viel wichtiger ist: ein Zimmer mit Klimaanlage.

In den nächsten Tagen soll es noch heißer werden.

Heute (29.09.2019) sind wir in Kununurra.

Unsere bisherige Tour - Stand 29.09.2019.

Nun hatten wir einen Tag Urlaub vom Urlaub und haben uns bei den außergewöhnlich hohen Temperaturen im klimatisierten Zimmer bzw. im Pool des Ibis-Hotels aufgehalten. 

Hier konnten wir es gut aushalten.

Wir passen unseren Tagesrhythmus der Helligkeit an. Es wird bereits um 5:00 Uhr hell, mit einer angenehmen Nachtkühle um die 24 °C.  So stehen wir spätestens um 5:30 Uhr auf und gehen kurz nach dem Dunkelwerden um 17:30 Uhr so gegen 19:00 Uhr ins Bett. Dann ist es aber immer noch 33 °C. Im Tagesverlauf ertragen wir derzeit 42 °C im Schatten, von dem gibt es aber so gut wie keinen. 

Heute geht es aber weiter gen Westen. In der Nähe von El Questro gibt es einen Insider-Tipp. "Zebedee Springs" ist unser Ziel. Hier entspringt ein kleiner Bach und fließt direkt durch einen wunderschönen naturbelassenen Palmenhain. Dort gesellen wir uns zu einigen anderen Badegästen. Trotz des warmen Wassers ist es ein echter Traum.

Besser als jedes Badeland.

Dann geht es auf die Gibb River Road, eine Abenteuer-Route, die nur von Allrad-Fahrzeugen befahren werden darf. Sie ist eine rund 700 km lange Schotter-, Sand- und Geröllpiste, die die Städte Kununurra und Derby miteinander verbindet. Die Farbe der Straße wechselt ständig zwischen hellen und dunklen Grau- und Rottönen. Es ist die kürzeste aber sicherlich nicht die schnellste Straßenverbindung. Brücken gibt es hier keine. Wenn die Flüsse Wasser führen, ist Furten angesagt. Warum nimmt man (Mann) diese Tortour auf sich? Es scheint der Mythos zu sein. Einmal im Leben die Gibb River Road zu fahren; genauso wie einmal im Leben einen Baum zu pflanzen.

Die Gibb River Road verbinder "auf kurzem Weg" Kununurra mit Derby.

Impressionen von der Gibb River Road.

Die Gibb River Road verzeiht keine Fahrfehler und fordert seinen Tribut. Fahrzeuge die vom Weg abkommen, fristen ein rostiges Dasein. 

Die Flüsse haben kaum Wasser und daher ist das Furten unproblematisch.

Von der Gibb River Road zweigen wir auf die Kalumburu Road ab. In Drysdale River legen wir einen Tankstopp ein. Dort bekommen wir Diesel für 2,10 AUD. Das sind umgerechnet etwa 1,30 Euro. Gemessen an den sonst üblichen 0,95 Euro/Liter ist das schon ein heftiger Preis. Hier erfahren wir jedoch, dass die Mitchell Falls auf Grund der extremen Trockenheit kein Wasser führen. So entschließen wir uns, nicht weiter nach Kalumburu zu fahren, sondern kehren zurück auf die Gibb River Road. Im Windjana NP finden wir einen schönen Campground wo uns zum Abendessen Kängurus besuchen.

Das Badeparadis des Campgrounds Ellenbrae.

Oktober 2019

In dieser Gegend wollen wir heute den Tunnel Creek aufsuchen. Es ist ein 750 m langer und nur 3 m hoher Tunnel im Kalkstein, der zum Teil mit Wasser gefüllt und dessen Eingang mit Geröll stark verblockt ist. Mit Taschenlampen ausgerüstet machen wir uns auf den Weg. Nachdem wir das Geröllfeld überwunden haben, schrecken wir doch zurück. Auf einer Kiesbank liegen zunächst eins, später zwei Krokodile. Die etwa 2,00 m langen Tiere scheinen den Tunnel zu bewachen. Hier treten wir lieber den Rückzug an. 

Argwönisch beäugen wir uns gegenseitig.

Gleiches zu Gleichem gesellt sich gern.

Tiere

Gegen Abend des 02.10.2019 unternehmen wir auf dem Fitzroy River eine Bootstour mit einem Ranger. Dort können wir aus sicherer Entfernung Krokodile und Kängurus sehen und die felsige Landschaft der Aboriginie-Region genießen.

In der Abendsonne auf dem Fitzroy River.

Känguru und Krokodil in Eintracht.

Zur Grundausstattung eines jeden 4WD-Fahrzeugs gehört bei Apollo ein Satelliten-Notrufsystem. Es darf nur in lebensbedrohlichen Situationen aktiviert werden, um auch in den entlegensten Gebieten Hilfe per Helikopter anzufordern. 

Hoffentlich müssen wir dieses Gerät nicht in Anspruch nehmen.

Nutella hat bei dieser Wärme die Konsistenz von Honig.

Unser Mietmobil hier ist keineswegs mit unserem eigenen Sprinter/Robel zu Hause zu vergleichen. Bei der Übernahme in Darwin hatte das Mobil bereits über 112.000 km auf dem Tacho; und davon bestimmt etliche auf Naturstraßen. Bei dem roten sandigen Boden zieht es überall herein und täglich ist Putzen angesagt. Selbst in den Schränken ist überall roter Staub. Doch die Reifen waren neu und haben uns bisher ohne Panne getragen. Es sind Bridgestone Dueler A/T-Reifen der Dimension 225/70R17. Hoffentlich führen Sie uns auch weiterhin ohne Panne bis Perth.

A/T-Reifen sind auf diesen Straßen kein Luxus.

In Derby betrachten wir einen fantastischen Sonnenuntergang an der Warf.

Die Sonne versinkt gegen 17:45 Uhr im Meer und dann ist es ganz schnell stockfinster.

An der Touristinformation von Derby lassen wir uns über einen Flug zu den Horizontalen Wasserfällen beraten. Schnell werden wir uns einig und buchen für Sonntag, den 06.10.2019 einen Tagesaus"Flug" ab Broome. Wir sind schon ganz gespannt.

Freundliche und gute Beratung erfahren wir in der Touristinformation in der 3.000 Einwohner-Stadt Derby.

Von Derby fahren wir weiter auf dem HWY 1 Richtung Südwesten nach Broome. Es ist eine größere Stadt mit 13.000 Einwohnern und liegt direkt am Indischen Ozean. Inzwischen hat sich das Wetter uns erbarmt und hier am Ozean ist es nur noch um die 32 Grad Celsius. Damit kommen wir gut klar.

Am 04.10.2019 erreichen wir Broome.

In Broome finden wir in fußläufiger Nähe zum Ozean einen tollen Campingplatz mit Pool und WiFi. Es ist der empfehlenswerte RAC Cable Beache Holiday Park.

Hier lassen wir es uns in den nächsten drei Tagen gutgehen.

Der breite, feinsandige und flache Cable Beach im Nordwesten von Broome ist 22 km lang und lädt uns zum Baden ein. Es ist einfach traumhaft. Den Sonnenuntergang betrachten wir bei einem Glas Gin-Tonic und einem Bier auf einer Barterrasse. Der Keeper ist mit einer Frau aus Berlin verheiratet.

Hohe Wellen, weißer Sand und ein traumhaftes Wetter.

In der Perlenstadt Broome sollte man sich unbedingt eine Perlenfarm ansehen. Dieses haben wir natürlich gemacht und besuchen die Willie Creek Pearl Farm, etwa 30 km nördlich der Stadt. Die Farm ist nur per Allradfahrzeug erreichbar. Daher an dieser Stelle unser Tipp: Wer sich mit dem Gedanken trägt in Australien ein Wohnmobil zu mieten, sollte unbedingt eines mit 4WD nehmen, sonst ist so manches schöne Ziel nicht erreichbar.

Auf der Willie Creek Pearl Farm bekommen wir viele Informationen rund um die begehrte Perle.

Wer findet die Perle?

Weitere Informationen erhalten wir direkt an den Austerbänken ...

... und zum Schluss ein tolles Seafood-Lunch.

Heute unternehmen wir den schon erwähnten Ausflug zu den Horizontalen Wasserfällen, es sind zwei gezeitenabhängige wasserfallähnliche Ausgleichsströmungen in der Talbot Bay. Die Fließrichtung in den schmalen Meerengen ist abhängig von der jeweiligen Tidephase. Der Gezeitenunterschied beträgt hier bis zu 14 m. Die Bay ist nur per Wasserflugzeug und die Horizontalen Fälle selbst mit 500 PS starken Booten erreichbar.

Ein besonderes Erlebnis: Die einmotorige Propellermaschine ist mit 14 Personen voll besetzt und ich darf auf dem Hin- und Rückflug rechts neben dem Piloten den Platz des Co-Piloten einnehmen. Von hier aus hat man alles im Blick.

Unsere Flugroute. An der Küste hoch und über Land zurück.

Nun überfliegen wir die gestern besichtigte Willie Creek Pearl Farm.

Impressionen vom Flug.

Die Horizontalen Wasserfälle aus der Luft.

Das Basislager der Horizontal Falls Seaplane Adventures in der Talbot Bay.

Impressionen von den Horizontalen Wasserfällen.

Jetzt waren wir drei Tage in Broome und haben das Städtchen und die Umgebung erkundet. Nun ziehen wir weiter und eröffnen damit einen neue Seite auf unserer Homepage.

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© Uwe und Anita on Tour