Oktober 2017

Der Osten der USA 

Heute schauen wir uns in Vicksburg den alten Mississippidamper „American Queen“ an und fahren bei 33°C im Schatten ein Stück des Natchez Trace Parkways. Das Schöne daran: Er wird nicht kommerziell genutzt und es dürfen dort auch keine LKW fahren. Der kreuzungsfrei ausgebaute alte Handels-Trace ist frei von Leitplanken, Schildern oder gar Tankstellen. Bei der max. erlaubten Geschwindigkeit von 80 km/h ist die Landschaft wirklich schön zu genießen.   

Die „American Queen“ ist mit 127 m Länge der größte Schaufelraddamper der Welt.

Der Natchez Trace Parkway führt über 715 km von Natchez Mississippi nach Nashville Tennessee.

Auf dem Old Natchez Trace haben wir das Gefühl, durch einen endlos langen gepflegten Park zu fahren.

Abendspaziergang am Mississippi.

Plantagenvilla in Natchez aus der Blütezeit des Baumwollhandels.

Seit Tagen schon beobachten wir die Entwicklung des herannahenden Hurrikans Nate. Er soll am 07.10.2017 gegen Mitternacht in der Nähe der Mississippi-Mündung auf Land treffen. Und genau in dieser Gegend halten wir uns gerade auf. Daher ziehen wir es vor nach Westen auszuweichen.

Wir folgen der Hurrikan-Evakuierungsroute. Von Hektik ist aber zum Glück nichts zu spüren.

Nate wurde vom tropischen Sturm auf Hurrikan heraufgesetzt.

Wir befinden uns in der Nähe der texanischen Grenze in Sicherheit und Nate trifft östlich von New Orleans auf Land. Nach ersten Einschätzungen hat er aber wenig Schaden angerichtet. Nun zieht er weiter landeinwärts.

 

Seit gut einer Woche haben wir in Louisiana Temperaturen über 30°C. Auch nachts kühlt es kaum ab.

Am 08.10.2017 sind wir in Baton Rouge, ca. 100 km nordwestlich von New Orleans und haben dort die links gezeigten Temperaturen.

Auf unserem Weg Richtung New Orleans kommen wir an großen Zuckerrohrplantagen vorbei.

Der Mississippi ist mit 3.778 km Länge einer der längsten Flüsse in den USA. Er entspringt dem Lake Itasca im nördlichen Minnesota und mündet rund 160 km südlich von New Orleans Louisiana in einem großen Delta-Gebiet in den Golf von Mexiko.

Heute (09.10.2017) folgen wir (lila) den zahlreichen Mississippi-Schleifen von Baton Rouge bis New Orleans.

Dort sehen wir etliche Öltanker, die ihre Fracht zu den Raffinerien am unteren Mississippi bringen.

Es stehen schöne Plantagenvillen mit ihren typischen weißen Säulen entlang des inzwischen eingedeichten Mississippi. 

Wir durchfahren herrliche Alleen …

… und sehen mehrfach putzige Gürteltiere. 

Zu New Orleans gehört ein typisch kreolisches Abendessen und ein Bummel durch die von Live-Musik erfüllten Straßen. Beides lassen wir uns natürlich nicht entgehen.

Unsere Tour geht weiter Richtung Osten, durch genau das Gebiet, in dem der Hurrikan Nate am Samstagnacht auf Land traf. Wir sehen noch Hochwasser und einige Schäden, die sich jedoch gegenüber der ursprünglichen Prognose in Grenzen halten.

Die Schäden und Spuren, die der Hurrikan Nate hinterlassen hat, sind noch sichtbar.

Drei Tage nach dem Hurrikan sind die Straßen aber schon wieder gut befahrbar und die traumhaft weißen Strände weitestgehend aufgeräumt. 

Die Bevölkerung dieser Küstenregion ist auf solche Wetterkapriolen eingestellt. Sie haben ihre Häuser sturmfest gebaut und um einige Meter aufgeständert.

Die aufgeständerten Häuser bieten einen guten Schutz vor Hochwasser.

Auch hier unten in den Südstaaten treffen wir immer wieder auf Tiere, die unsere Aufmerksamkeit erregen.

Tiere

Ja, wir sind im Sunshine State Florida und werden herzlich willkommen geheißen.

Hier in Florida überschreiten wir auf dem Hwy 98 eine Zeitzone. Nun sind wir in der „Eastern Time“ und haben damit nur noch 6 Stunden Unterschied zu Deutschland.

Die Straßen sind von Palmen gesäumt und der weiße Sand lässt auf einen tollen Strand hoffen.

In der Tat: Hier ist einfach traumhaft schön bei strahlend blauem Himmel, kristallklarem Wasser und einer Luft- und Wassertemperatur von 33°C.

So schön der weiße Sand am Strand ist, auf der Straße führt er zu Verwehungen und daher nehmen wir zwangsläufig eine andere (aber mindestens ebenso schöne) Route.  

Wir folgen dem „Florida Scenic Highway - Big Bend“ entlang des Golf von Mexico.

Die Landschaft im Süden der USA ist abwechslungsreich und sehr schön.

Landschaften

Florida ist nicht nur sehr schön, sondern vor allen Dingen warm. Wir haben nun Mitte Oktober aber immer noch Temperaturen bis zu 37,5°C. Morgens um 9:00 Uhr ist es bereits 25°C. Wir hoffen in den nächsten Tagen auf etwas Abkühlung.

Auf der Golf von Mexico zugewandten Westseite fahren wir in Florida runter. In Bradenton verlassen wir die Küste und wechseln auf die Ostseite. Unterwegs sehen wir Plantagen mit Apfelsinen und Zitronen. Auf der Atlantikseite angekommen, fahren wir wieder gen Norden.

In Bradenton verlassen wir die Nehrungsinseln und fahren landeinwärts. Hier führt der Hwy 275 über eine zollpflichtige Brücke. Wir zahlen immerhin 1,25 USD.

Plantagen mit Apfelsinen und Zitronen.

Die Atlantikseite von Florida ist ebenfalls sehr schön. Die Wellen sind hier noch höher als auf der Westseite.

Die beiden Schildkröten benutzen zwar keinen Überweg; weil ich anhalte kommen sie dennoch gut auf die andere Seite.

Unser Standort am 15.10.2017

Das Tanken ist hier nicht nur besonders günstig, sondern auch unterhaltsam. Sobald der Tankvorgang beginnt, laufen Videos mit Nachrichten, Wetter und natürlich auch Werbespots. Und wenn es dann an die Kasse geht, so haben wir in den letzten Tagen niemals mehr als umgerechnet 0,60 Euro/Liter bezahlt. Das Günstigste war bisher 0,55 Euro/Liter in Mississippi. Das sind Preise für Diesel; Benzin ist noch um rund 5 Cent/Liter günstiger.

Tanken mit vollem Unterhaltungswert.

In Deutschland dürfen Wohnmobile über 3,5 t max. 100 km/h fahren. Das ist hier in den USA auf den großen Highways vollkommen anders. Selbst für LKWs gilt keine besondere Geschwindigkeitsbegrenzung. Mit unseren „Deutschen 100“ sind wir die Langsamsten und werden ständig von den Brummis überholt; dabei sind 120 km/h keine Seltenheit.

Die Brummis geben richtig Gas.

Noch etwas, was hier in den USA ganz anders ist als bei uns. Viele Campgrounds verfügen über „full hookup“; soll heißen: Auf jeder Parzelle gibt es Strom, Wasser, Abwasser und Kabel-TV. Diese Plätze haben dann auch Internet sowie einen Pool und Waschmaschinen. Sie kosten auch entsprechend.  

Auf solchen Plätzen steht man in Reihe und Glied direkt neben seinem Nachbarn mit lautstarker Klimaanlage. Diese Campgrounds nicht unsere erste Wahl. Aber frei stehen geht eben auch nicht überall.

Von South Carolina kommen wir nach North Carolina.

In Charlotte North Carolina legen wir nochmals einen technischen Halt ein um unsere Luftfederung vor der Verschiffung in Ordnung zu bringen. Durch Vermittlung von Robel und VB-Airsuspension North America finden wir in Carlotte eine kompetente Werkstatt. Can-Am Custom Trucks repariert uns die Luftdereung fachkompetent und zügig. 

Von Charlotte aus nehem wir Kurs auf Asheville. Von dort aus geht es über den Blue Ridge Parkway bis nach Roanoke Virginia. Der Parkway führt durch drei Bundessaaten über insgesamt 467 Meilen als Panoramastraße durch die Appalachen.

Der Parkway ist ausschließlich dem Ausflugsverkehr gewidmet und für die kommerzielle Nutzung nicht zugelassen.

Der Blue Ridge Parkway ist gerade nun im Herbst sehr schön.

In Roanoke halten wir uns in den nächsten Tagen auf. Hier werden wir unser Fahrzeug auch für die Rückverschiffung vorbereiten. 

Abendspaziergang in der Nähe von Roanoke Virginia.

Von Roanoke aus unternehmen wir zusammen mit unseren Freunden eine Zweitagestour nach Washington DC. Zunächst fahren wir auf dem Blue Ridge Parkway weiter um später auf den ebenso schönen Skyline Drive zu wechseln. 

Impressionen vom Skyline Drive.

Unter ortskundiger Führung erleben wir die Hauptstadt der Vereinigten Staaten bei sonnigem Herbstwetter. Wir besuchen vor den Toren Washingtons das Air und Space Museum. 

Ein besonderes Erlebnis, die Discovery im Original zu sehen.

Anschließend erlaufen wir in der Metropolregion mit über 8 Mio. Einwohnern die Sehenswürdigkeiten: Soldatenfriedhof Arlington, Lincoln Memorial, Washington Monument, Weiße Haus, US Capitol etc. 

Diese Orte sollte man in Washington DC gesehen haben.

Gruppenfoto vor dem US Capitol.

Nun sind die letzten Tage unserer großen Nordamerika-Tour angebrochen. Die Rückverschiffung des Mobils ist ab Baltimore (so hoffen wir zumindest) geregelt und der Rückflug für den 1. November 2017 bestätigt.  

Einen ganzen Kontinent haben wir „erfahren“. Kanada von Ost nach West; Alaska und zurück durch die USA von der West- zur Ostküste.

Diese Strecke sind wir bisher im Osten der USA gefahren.

Ein Rückblick auf Roanoke, bevor wir unsere letzte Etappe nach Baltimore antreten.

Heute erleben wir den Skyline Drive im Nebel.

In der Nacht hat es gefroren und auf den Bergkuppen lieg Schnee. Aber wir haben den schönsten Sonnenschein. 

Kurz vor Baltimore Maryland finden wir im Greenbelt Park einen wunderschönen Campground in einem State Park. Hier verbringen wir unsere letzte Nacht im Wohnmobil bevor wir es morgen zur Rückverschiffung bringen.

Die Einfahrt nach Baltimore und zum Hafen geht entweder durch Tunnel oder über eine große Brücke auf dem Baltimore Beltway 695. Da die Tunnel für Wohnmobile mit Gas gesperrt sind nehmen wir die Brücke, die uns einen schönen Blick auf den Hafen ermöglicht.

Von der Brücke aus haben wir einen schönen Blick auf den Hafen von Baltiomore.

Die Rückverschiffung unseres Mobils ist durch SeaBridge beim örtlichen Spediteur bereits angemeldet und vorbildlich geregelt. Die Formalitäten sind dort innerhalb von 15 Minuten erledigt.

In den Hafen geht es aber nur mit einem Escort-Service (PKW vor mir). In einem der größten Häfen der Ostküste ist das auch unbedingt erforderlich.

Da steht unser Mobil nach etwas mehr als 45.000 km in Nordamerika nun im Hafen von Baltimore. Europa: Dich gibt es auch noch zu entdecken!

Nun haben wir heute am 31.10.2017 unser Mobil abgeliefert und gehen die letzte Nacht vor dem Abflug noch in ein Hotel, welches wir gestern kurzerhand online gebucht haben. So haben wir die Möglichkeit, uns in aller Ruhe Baltimore anzusehen und können vor dem Rückflug noch ausschlafen. 

Blick aus unserem Hotelzimmer auf den Inneren Harbor (im Hintergrund) im Centrum von Baltimore.

Abendspaziergang in Baltimore, bevor es morgen nach sechs erlebnisreichen Monaten in Kanada, Alaska und den USA nach Deutschland zurückgeht.

In Kanada und Alaska standen wir nachts mit unserem Mobil meist frei. In den USA, besonders in den Südstaaten, war das nicht immer möglich. Da haben wir uns auf eine sehr nützliche App verlassen um einen geeigneten Nachtplatz zu finden. Die Allstays-App zeigt vom Walmart mit Übernachtungsmöglichkeit über Campgrounds im Nationalpark bis zu KOA-Plätzen alles an. 

Die Allstays-App ist auf Kanada, Alaska und USA ausgelegt und sehr empfehlenswert.

Bild des Monats Oktober 2017

Golf von Mexico in der Nähe von Pensacola Beach, Florida. 

Detailinformationen zum Bild des Monats Oktober 2017.

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