Marmararegion 2.0

hier schließt sich der Kreis

Von Kusadasi über Menderes, Izmir, Selcuk, Alaga, Bergama, Kozak, Gömec, Altinkum, Akcay, Ezine, Tevfikiye (Troja), Canakkale, Eceabat, Gelibolu, Kesan und Edirne bis zur türkisch-bulgarischen Grenze (Kapitan Andreewo – Kapıkule).

Marmararegion

Auf unserer Rundreise durch die Türkei kommen wir zurück in die Marmararegion. Eine beeindruckende Dichte an Weltkulturerbe, von den Palästen und Moscheen Istanbuls bis zu den osmanischen Wurzeln in Bursa und Edirne. Zwischen den urbanen Zentren finden sich grüne Rückzugsorte, Thermalquellen in Yalova und eine abwechslungsreiche Küstenlandschaft am Marmarameer.

Am Abend erleben wir im Antique Lodge Camp in Kusadasi ein Livekonzert, bei dem wir aktiv mit eingebunden wurden. Es war echt schön.

Von Kusadasi aus fahren wir am Morgen mit einem gecharterten Bus nach Ephesos. Diese antike Stadt schauen wir uns natürlich an. Wir sind rechtzeitig dort, um vor dem großen Touristenansturm der zahlreichen Kreuzfahrtschiffe dort zu sein. Ephesos (türkisch Efes) war eine der bedeutendsten und weltgrößten Metropolen der Antike. Die heute beeindruckend gut erhaltene Ruinenstadt liegt ca. 70 km südlich von Izmir. Seit 2015 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Große Theater: Ein in den Hang gebautes Gigant-Bauwerk mit Platz für bis zu 25.000 Zuschauer, eines der größten Theater der antiken Welt.

Celsus-Bibliothek: Das wohl berühmteste Wahrzeichen von Ephesos. Erbaut im 2. Jahrhundert n. Chr., beherbergte sie einst etwa 12.000 Schriftrollen und diente zugleich als Grabmal für den Senator Celsus. Aufwendig restaurierte Villen der römischen Oberschicht mit spektakulären Wandmalereien und Bucht-Mosaiken, die das luxuriöse Leben der Antike zeigen.

Unweit der Ruinen von Ephesos befinden sich die Johannesbasilika, das Mutter-Maria-Haus (Meryemana) sowie das Archäologische Museum in Selcuk.

Die Kirche war im Mittelalter eines der wichtigsten Pilgerziele der christlichen Welt. Später, nach der Eroberung durch die Seldschuken, diente das Gebäude zeitweise als Moschee, bevor es im 14. Jahrhundert durch ein schweres Erdbeben weitgehend zerstört wurde.

Auf unserem weiteren Weg Richtung Izmir kommen wir an einer traditionellen Bäckerei vorbei. Dort kaufen wir ein können einen Blick in die Backstube werfen. 

Wir kommen nach Izmir, es ist eine lebendige, weltoffene Hafenstadt an der türkischen Ägäisküste. Mit rund 4,5 Millionen Einwohnern ist sie nach Istanbul und Ankara die drittgrößte Stadt der Türkei. Dementsprechend ist der Verkehr, wir schlagen uns aber durch bis ins Zentrum.

Das Herz der Stadt mit dem berühmten, 1901 erbauten Uhrturm, der als Wahrzeichen Izmirs gilt, steht auf dem belebten Konak-Platz.

Direkt neben dem Uhrturm steht die Yali-Moschee (auch bekannt als Konak-Moschee). Sie wurde im Jahr 1755 von Ayse Hanim, der Ehefrau des damaligen osmanischen Gouverneurs von Izmir (Katibzade Mehmed Pasha), erbaut.

Am heutigen Tag findet auf dem Konak-Platz eine Ausstellung von technischen Geräten der Feuerwehr und weiterer Hilfsdienste statt. Der Unimog ist dabei schon ein echter Hingucker. 

Natürlich bummeln wir auch durch den geschäftigen Basar von Izmir und trinken dort einen Tee bzw. Türkischen Mocca. 

Das Wandbild erstreckt sich über eine mehrstöckige Hausfassade direkt an einem Parkplatz / Parkbereich für Roller und Motorräder mitten in Izmir. Es ist eines der bekanntesten und imposantesten modernen Graffitis/Murals im Zentrum der Stadt und zeigt surreal gestaltete Kraken.

Solche repräsentativen Tore dienen als architektonische Willkommens- oder Ortseingangsmarkierung, die Besucher auf die reiche antike Geschichte der Region einstimmt - hier in der Region Selcuk.

Häufig stehen wir auf unserer gesamten Tour nicht nur auf Stell- und Campingplätzen sondern auch auf dem Gelände von schönen Hotelanlagen, wie hier in Bergama.

Von Bergama, unserem heutigen Stellplatz, ist es nicht weit zur Ausgrabungsstätte nach Pergamon. Mit einigen Taxen fahren wir in rasanter Fahrt dorthin. Pergamon war eine der glanzvollsten antiken Metropolen der hellenistischen und römischen Epoche. Die imposante Ruinenstadt thront spektakulär auf einem steilen Burgberg (der Akropolis) über der modernen Stadt und gehört wegen ihrer herausragenden historischen und architektonischen Bedeutung zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Da die Stadt im Streit um den Aufbau einer riesigen Bibliothek kein Papyrus mehr aus Ägypten importieren durfte, perfektionierten und nutzten die Bürger hier gegerbte Tierhäute als Schreibmaterial - das nach der Stadt benannte Pergament.

Das antike Theater gilt als das steilste Theater der antiken Welt und bot Platz für rund 10.000 Zuschauer bei einem atemberaubenden Blick über das Tal. Der Zeustempel war ursprünglich ein gigantischer, meisterhaft skulpturierter Altar. Die berühmten Reliefs befinden sich heute im Pergamonmuseum in Berlin, auf dem Berg selbst sind die Fundamente erhalten. Die Bibliothek von Pergamon war einst die zweitgrößte Bibliothek der antiken Welt nach Alexandria, die rund 200.000 Schriftrollen beherbergte. Diese Anlage hoch oben auf dem Berg sehen wir uns natürlich an und sind vor dem aufziehenden Gewitter wieder zurück auf unserem Hotel-Stellplatz.

Es hat die ganze Nacht geregnet und der Boden ist sehr aufgeweicht. Es kam wie es kommen musste. Eines unserer schweren Fahrzeuge hat sich festgefahren. Doch mit vereinten Kräften, dem richtigen Bergungsgerät, einem Allrad-Zugfahrzeug und vor allen Dingen viel Zuversicht wurde der Phoenix wieder flott gemacht.

Unsere heutige Route von Bergama nach Tevfikiye (Troja). Es sind knapp 200 km, aber wir nehmen wieder mal die „Abkürzung“ die uns zunächst über eine landschaftlich schöne kurvenreiche Strecke über die Berge führt, doch als es durch den Ort Altinkum geht, wird es recht eng. Zum Glück sind die Spiegel bereits um eine Raste eingeklappt.

Am vorletzten Tag unserer Türkei-Rundreise besuchen wir bei leider regnerischem und windigen Wetter Troja.

Troja ist eine der berühmtesten antiken Stätten der Welt und bekannt als Schauplatz des trojanischen Krieges. Die Ruinenstätte liegt auf dem Hügel Hisarlik im Nordwesten der Türkei in der Provinz Canakkale, nahe den Dardanellen.

Im Museum sind interessanter Exponate ausgestellt, wie z.B. das älteste bekannte Beispiel eines figürlichen Sarkophags in Anatolien … 

… und im Außenbereich folgen wir den Spuren vom deutschen Archäologen Heinrich Schliemann, der ab 1870/1871 mit den berühmten Grabungen begann.

Auf unserer weiteren Fahrt kommen wir an der beeindruckenden 18 Mart Hatime Ana Ulu Camii-Moschee vorbei, die sich auf dem Campus der Canakkale Onsekiz Mart Üniversitesi befindet. Sie bietet auf dem weitläufigen Komplex Platz für schätzungsweise 10.000 Gläubige.

An der Uferpromenade von Canakkale bestaunen wir das Original Trojanische Pferd, welches nach den Dreharbeiten des Hollywood-Film Troja (2004) mit Brad Pitt von der Produktionsfirma Warner Bros an die Stadt Canakkale verschenkt wurde.

Mit der Fährüberfahrt über die Dardanellen verlassen wir Asien.

Auf Wiedersehen Asien - Europa wir kommen.

Im europäischen Eceabat begrüßt uns ein hübscher Uhrturm.

Im weiteren Verlauf unserer heutigen Tour unterqueren wir die „1915-Canakkale-Brücke“. Sie ist die längste Hängebrücke der Welt. Mit einer Hauptspannweite von 2.023 m löste sie im März 2022 die japanische Akashi-Kaikyo-Brücke als längste Hängebrücke der Welt ab.

Das Treckermuseum in Gelibolu musste ich unbedingt besuchen. Es hat sich gelohnt.

Auf rund 1.500 m² Ausstellungsfläche sind über 70 historische Traktoren sowie landwirtschaftliche Geräte aus der Zeit von den 1880er bis in die 1960er Jahre zu sehen. Die Modelle stammen aus verschiedenen Ländern und wurden aufwendig restauriert. Echt toll.

Es duftet nach frischem Ekmek (Brot) und der Blick in eine Bäckerei ist immer wieder schön.

Bei unserer Mittagspause mit frischem Brot sehen wir den Delfinen zu.

Sowohl Diesel als auch Gas (LPG) ist in der Türkei recht günstig. „Die drei von der Tankstelle“ beraten, wie der Gastank wohl gefüllt werden kann.

Bei frischem aber sonnigem Wetter beziehen wir im kleinen Ort Günely den letzten Stepplatz unserer gemeinsamen Türkeitour. 

Mit einem guten gemeinschaftlichen Gruppenessen beschließen wir unsere echt tolle Reise …

… und bekommen sogar ein kleines persönliches Geschenk - ein Magnet für den Kühlschrank.

Heute treten wir alleine unsere Weiterfahrt Richtung türkisch-bulgarischer Grenze auf der D 550 an. Dabei werden wir von einem Blaulicht-Konvoi mit einem hochrangigen Politiker in einer deutschen Nobelkarosse überholt.

Begrüßungs- und Verabschiedungstore haben wir in der Türkei häufig gesehen, aber selten so prunkvoll.

Kurz vor Mittag passieren wir auf der E 80 den türkisch-bulgarischen Grenzübergang Kapitan Andreewo – Kapıkule. Nach gut einer Stunde sind alle Formalitäten erledigt und wir sind nun in Bulgarien. 

Rückblick: Gemeinsam hat unsere Gruppe in der Türkei mit den Fahrzeugen rund 80.000 km zurückgelegt. Krankheiten haben uns nicht heimgesucht und trotz des manchmal gewöhnungsbedürftigen Straßenverkehrs sind wir glücklicherweise vor Unfällen und Reifenschäden verschont geblieben. Wir durften die Türkei im wahrsten Sinne des Wortes erleben und „erfahren“. Mit vielen neuen Perspektiven blicken wir durchweg positiv auf das Land, die Infrastruktur und ganz besonders auf die Menschen zurück. Wir wurden überall mit einer überwältigenden Gastfreundschaft empfangen und durften das eurasische Land als überaus modern und aufstrebend kennenlernen. Auch die Kultur kam nicht zu kurz: Die antiken Stätten beeindruckten uns mit ihren historischen Schätzen, am biblischen Berg Ararat sahen wir den Nachbau der Arche Noah und in Troja das berühmte Trojanische Pferd. In Pamukkale hoben wir mit einem Freiluftballon ab und bei den zahlreichen gemeinsamen Gruppenessen durften wir die türkische Küche entdecken.    

Fazit: Wir hätten wirklich etwas verpasst, wenn wir diese Türkeitour nicht gemacht hätten!

Nach sechs Wochen erlebnisreicher Tour bei meist gutem Reisewetter durch die gesamte Türkei treten wir nun unsere noch etwa 2.500 km lange Rückreise an und eröffnen daher eine neue Seite auf dieser Homepage.

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© Uwe und Anita on Tour