Schwarzmeerregion

Von Safranbolu über Horma, Amasra, Karaman, Cide, Aglikoy, Daday, Kastamonu, Cankiri, Sungurlu, Bogazkal, Corum, Boraboy, Niksar und Kumro bis westlich von Ordu.

Schwarzmeerregion

Die Schwarzmeerregion, geprägt durch das majestätische Pontische Gebirge und eine fast 1.000 Kilometer lange Küstenlinie, ist die üppigste und abwechslungsreichste Region des Landes. Fernab vom Massentourismus bietet sie eine einzigartige Symbiose aus unberührter Natur, lebendiger Tradition und authentischer Gastfreundschaft.

Bei weiterhin gutem, schon fast zu warmem Reisewetter, verlassen wir Safranbolu und blicken vom Berg aus zurück auf den Ort.

Solche Schilder sind ernst zu nehmen.

Wenige Kilometer später stehen die Kühe an und auf der Straße.

Wir verlassen die Hauptroute und sehen uns in Horma gleichnamigen Canyon an.

Nur etwa 2 Stunden von Safranbolu entfernt liegt der Horma-Canyon im über 2.000 m hohen Küre-Gebirge (Provinz Kastamonu). Er gehört zu den spektakulärsten Schluchten der Türkei und ist ein echtes Highlight für Naturliebhaber und Fotofreunde wie wir es sind. Das Markenzeichen der Schlucht ist ein rund 3 Kilometer langer Holzsteg, der direkt an den steilen Felswänden montiert wurde. Wir wandern relativ bequem und gesichert hoch über dem brausenden Fluss durch die Schlucht.

Die Tour durch den Canyon ist etwas anstrengend aber auf jeden Fall lohnenswert.

Am Ende der Schlucht fällt der Zarana-Bach als kleiner Wasserfall in ein Becken.

Unsere Tagesetappe von Safranbolu nach Karaman mit dem Abstecher zum Horma-Canyon.

In Karaman erreichen wir unser Tagesziel. Den Campingplatz North Point, direkt am Schwarzen Meer.

Hier am Strand zahlen sich die selbst gebauten stabilen Holzkeile aus.

Am North Point in Karaman bleiben wir zwei Tage und werden heute am Montag von zwei gepflegten Kleinbussen abgeholt. Es steht eine Stadtbesichtigung von Amasra an.

Auf dem Weg nach Amasra haben wir von den Bergen aus eine schöne Aussicht auf den Ort.

An der Straße werden frische Feigen angeboten.

Die antike Römerstraße nahe Amasra lassen wir uns nicht entgehen. Sie ist auch als „Vogelfels-Wegdenkmal“ bekannt und zeugt als einzigartiges Relikt römischer Ingenieurskunst in der Türkei.

Arasma, mit seinen zwei Buchten, ist praktisch vom Wasser umgeben.

Die Lage von Arasma am Schwarzen Meer.

In diesem Klima wachsen Kaki-Früchte und natürlich auch Weintrauben.

Wo könnte es frischeren Fisch geben, als hier an der Küste?

Hafenidylle in Amasra.

Die Kleibusse bringen uns am Nachmittag zurück zum Campingplatz North Point und die Tische sind für unser heutiges gemeinsames Grillen vom Chef des Platzes bereits vorbereitet. Wir lassen uns überraschen.

Es war ein echt gelungener Abend. Das Fleisch und der Fisch wurden gesponsort und wir haben Salate beigesteuert. Bei bestem Grillwetter haben wir es uns bis spät in die Dunkelheit direkt am Schwarzen Meer gutgehen lassen.

Ein einmaliges Erlebnis: Grillen am Strand mit tollen Salaten.

Campertafel mit gutem Essen, Getränken und netten Gesprächen.

Es wird dunkel und wir sitzen immer noch in geselliger Runde direkt am Schwarzen Meer.

Nach einer ruhigen Nacht geht unsere Fahrt am Morgen weiter, bei bestem Wetter, entlang der dicht bewaldeten Schwarzmeerküste.

In Cide legen wir eine kleine Pause ein. In einem Strandcafé bestellen wir zwei Tee. Als wir bezahlen wollen, deutet man uns deutlich, wir seien als Gäste eingeladen und der Tee ist umsonst. Das ist gelebte türkische Gastfreundschaft.

So wird ein typischer Türkischer Tee serviert.

In der Nähe von Daday beziehen wir unseren heutigen Stellplatz auf der Wiese eines traditionellen alten Bauernhofs.

Voller Stolz zeigt uns der Besitzer des Bauernhofs sein 300 Jahre altes, in 7. Generation geführtes Anwesen.

Am Abend kochen die Frauen des Hauses für uns.

Heute bekommen wir traditionelle türkische Hausmannskost serviert, mit Reis, Huhn und süßer Nachspeise - zum Schluss natürlich Tee. Es ist wieder einmal ein sehr schöner Abend in geselliger Runde.

Diese heutige Route führt uns von der historischen Küstenstadt Amasra entlang der malerischen Schwarzmeerküste nach Cide und steigt von dort über die eindrucksvollen Passstraßen des Küre-Gebirges hinauf auf eine Hochebene in der Nähe von Daday.

Auf unserer heutigen Tour fahren wir zunächst ein Stück der Küste entlang und schwenken dann ins Landesinnere.

Moscheen gehören hier zum Straßenbild wie bei uns die Kirchen.

Wir durchfahren die moderne Stadt Kastamonu. Hier ist alles echt schick. Die 130.000 Einwohner zählende Stadt ist eine geschichts- und traditionsreiche Provinzhauptstadt im Norden der Türkei. Sie liegt im Binnenland südlich des Küre-Gebirges.

In dieser Region sind die Straßen sowohl auf dem Land als auch in der Stadt bestens ausgebaut. So manche deutsche Straße ist da in einem schlechteren Zustand.

An einem Stand an der Straße kaufen wir Knoblauch. Zum Schluss bekommen wir noch eine Melone geschenkt. Vermutlich habe ich nicht gut genug verhandelt.

Das Gemeindegebiet Sungurlu erstreckt sich über ein hügeliges Plateau im Übergangsbereich von Zentralanatolien zur Schwarzmeerregion, wobei die umliegenden Erhebungen des Bezirks Höhen von bis zu 1.700 m erreichen.

Auf unserem Weg Richtung Sungurlu wird die Landschaft immer karger.

An unserem Tagesziel in Bogozkale starten wir am Nachmittag eine Treckertour zu den Ausgrabungsstätten Hattusa.

Die Ausgrabungsstätte bei Boğazkale beherbergt die antike Hethiter-Hauptstadt Hattusa. Sie gehört seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Stätten des Nahen Ostens. Hauptstadt eines Großreichs: Vom 17. bis zum 12. Jahrhundert v. Chr. war Hattuşa Örenyeri das politische und religiöse Zentrum des Hethiter-Reiches, das neben Ägypten zu den führenden Großmächten der Späten Bronzezeit gehörte.

Das Gelände der Ausgrabungsstätte ist riesig (180 ha) und besteht aus Ober- und Unterstadt. Man kann die weitläufige Anlage entweder zu Fuß oder entlang der vorgesehenen Ringstraße mit dem Auto oder auch Wohnmobil befahren und an den Hauptstationen aussteigen. Wir nutzen mit unserer Gruppde dafür ganz praktische den Trecker.

Das Löwentor: wohl das bekannteste Monument der Stadtmauer mit zwei in Stein gemeißelten Wächterlöwen.

Weitere eindrucksvolle gut erhaltene, über 3.000 Jahre alte Formationen, wie Tunnel und Gänge, sind hier zu finden.

Etwa 2 Kilometer außerhalb des Hauptgeländes liegt Yazılıkaya, eine Freiluft-Kultstätte mit eindrucksvollen Felsreliefs hethitischer Götter und Könige.

Mit einem schönen Sonnenuntergang geht dieser informative Tag zu Ende.

Unsere heutige Strecke von Nord nach Süd aus der bergigen Region des Küre-Gebirges über die Hochebenen Zentralanatoliens bis zu den historischen Stätten der Hethiter bei Bogazkale.

In Corum besuchen wir die neue Mall und füllen dort unsere Lebensmittelvorräte wieder auf.

Mit 140 Läden auf einer Verkaufsfläche von 50.000 m² ist der AHL Park in Corum schon eine echt große Mall. So ein modernes Centrum hätten wir hier in der Türkei nicht erwartet.

In der Mall finden wir auch wieder etliche Geldautomaten. So füllen wir hier nicht nur unsere Lebensmittelvorräte auf, sondern auch unsere Barreserven, obwohl wir die meisten Einkäufe per Kreditkarte bezahlen können. Lediglich die Stände an den Straßen erwarten Bargeld.

Der Automat spuckt etliche 200 Lira-Scheine aus. Das ist die größte Banknote in der Türkei und entspricht umgerechnet aber nur etwa 3,55 Euro. Auf der Vorderseite (oben) ist Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer und erste Präsident der Republik Türkei und auf der Rückseite (unten) Yunus Emre, ein bedeutender türkischer Dichter und Sufi-Mystiker des 13./14. Jahrhunderts abgebildet.

Der Straßenverkehr in der Türkei unterscheidet sich deutlich von deutschen Verhältnissen. Manchmal fragen wir uns in welcher Lotterie sie ihren Führerschein gewonnen haben. Es geht oft sehr wuselig zu. Einfach mal eine zusätzliche Spur aufmachen, oder in 2. Reihe Parken ist noch das Geringste. Dass uns auf 4-spurigen Schnellstraßen Trecker auf dem Standstreifen entgegenkommen ist auch an der Tagesordnung. Doch gestern kam uns ein echter Geisterfahrer auf der Überholspur entgegen. Zum Glück fuhren wir auf der rechten Spur.

An das Autofahren in der Türkei haben wir uns inzwischen gewöhnt und wundern uns über nichts mehr.

Wir haben Amasya auf unserer Reise durch Anatolien besucht und waren von dieser Stadt am Yesilirmak-Fluss sofort begeistert. Umrahmt von steilen Felswänden verbindet Amasya eine Jahrtausende alte Geschichte mit einer unvergleichlichen Kulisse. Auch gute Lokale sind dort zu finden, in der herzliche Gastfreundschaft großgeschrieben wird.

Der Besuch von Amasya, einer typisch türkischen Stadt, ist wirklich lohnenswert.

Unser Tagesziel ist heute der Stellplatz im Boraboy Nature Park. Er liegt im Hinterland von Amasya und gilt als einer der schönsten Naturorte der gesamten Region. Ein schöner See liegt tief in einem dichten Mischwald aus Buchen, Kiefern und Eichen eingebettet und wird wegen seiner Idylle oft als ein „verstecktes Paradies“ Nordanatoliens bezeichnet.

Den Abend beschließen wir in geselliger Runde im Boraboy Nature Park.

Abermals starten wir in einen sonnigen Tag.

Auch in den nächsten Tagen soll das Wetter sehr gut bleiben. Aber zum Glück ist es nicht mehr so heiß wie zu Beginn unserer Tour.

Lesen können wir nichts, sind uns aber ziemlich sicher in der Stadt Niksar zu sein. (Foto: Ute Klein)

Die Türkei ist der unangefochtene Weltmarktführer im Anbau und Export von Haselnüssen. Der Anbau hat sowohl wirtschaftlich als auch kulturell eine herausragende Bedeutung für das Land und stellt rund 65 bis 70 % der weltweiten Haselnussproduktion. Die Schwarzmeerregion bietet durch ihr feuchtes, mildes Klima und die steilen Hanglagen ideale Bedingungen.

Da die Haselnusssträucher meist an extrem steilen Hanglagen wachsen, erfolgt die Ernte bis heute überwiegend in mühevoller Handarbeit.

Jetzt im Spätsommer sehen wir hier an der türkischen Schwarzmeerküste überall an den Straßenrändern, auf Plätzen und auf den Dächern der Häuser riesige, zum Trocknen ausgebreitete Teppiche aus frisch geernteten Haselnüssen.

Das Schwarze Meer und die Ostsee bedecken auf der Karte eine erstaunlich ähnliche Fläche, unterscheiden sich jedoch geologisch und ökologisch grundlegend. Das Schwarze Meer ist mit einer mittleren Tiefe von etwa 1.250 m im Vergleich zur Ostsee mit ca. 55 m wesentlich tiefer und hat daher bei fast gleicher Größe 25-mal mehr Wasser.

Für zwei Tage beziehen wir einen schönen Stellplatz in der Nähe von Ordu und genießen die Aussicht auf das Schwarze Meer.

Unsere Tagesroute über etwa 250 km führt uns aus der historischen Binnenland-Region um Amasya durch das fruchtbare Kelkit-Tal über das Pontische Gebirge, dort schraubten wir uns bis auf 1.450 m hoch, direkt an die Schwarzmeerküste.

Den Abend beschließen wir am Strand mit einem zünftigen Lagerfeuer und Grillen von Marshmallows.

Ein kleiner Leuchtturm und weitläufige Wiesen prägen die Spitze des Jason Kaps, von der wir einen Panoramablick über das Schwarze Meer genießen. Der Ort ist eng mit der Sage der Argonauten verknüpft. Dem Mythos nach machte Jason hier mit seinen Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies fest.

Heute werden wir von einem türkischen Stadtbus abgeholt und wir fahren zum nahen Jason Kap.

Beim Leuchtturm am Jason Kap handelt sich um einen zylindrischen, weiß gestrichenen Betonturm mit drei schmalen, schwarzen Querstreifen. Sein Lichtsignal reicht ca. 10 Seemeilen (knapp 18,5 km) weit auf das Schwarze Meer hinaus.

Von unserem letzten Stellplatz, westlich von Ordu, fahren wir nun gut 100 km weiter östlich, immer in Sichtweite der Schwarzmeerküste. Es ist eine echt schöne Panoramastraße. Unterwegs legen wir in Ordu einen Halt ein. Doch dazu mehr auf der nächsten Seite.

Aus Kapazitätsgründen eröffnen wir bereits hier eine neue Seite, auch wenn wir Ostanatolien noch nicht ganz erreicht haben.

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© Uwe und Anita on Tour